Per Überschallflugzeug mal eben nach Australien

Der britische Flugzeughersteller und Rüstungskonzern BAE Systems beteiligt sich an dem Luft- und Raumfahrtunternehmen Reaction Engines mit dem Ziel ein neues Überschalltriebwerk zu entwickeln. Der Anteil von BAE Systems an dem britischen Unternehmen soll sich auf 20 Prozent belaufen. Das Triebwerk soll in einem neuen Überschallflugzeug mit Namen Labcat A2 zum Einsatz kommen, mit dem innerhalb von vier Stunden die Strecke London – Sydney geflogen werden kann.

Fünffache Schallgeschwindigkeit per Überschallflugzeug

Die Geschwindigkeit des Synergetic Air-Breathing Rocket Engine (Sabre) genannten Supertriebwerks soll sich auf bis zu 5,2 Mach belaufen und entspricht einer mehr als fünffachen Schallgeschwindigkeit. Das hochmoderne Triebwerk besteht aus einem klassischen Strahltriebwerk und einem Staustrahltriebwerk. Als Treibstoff dient Wasserstoff.

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Reaction Engines hat den wiederverwendbaren und unbemannten Raumtransporter Skylon entwickelt. Der Raumtransporter soll das Sabre-Triebwerk erhalten, um die Wirtschaftlichkeit von Transportflügen ins All zu verbessern. Die kommerzielle Luftfahrt soll von dem leistungsstarken Hybrid-Triebwerk ebenfalls profitieren.

Das erste Ziel der Entwicklungsarbeit ist ein funktionsfähiger Prototyp des Sabre-Triebwerks, welches am Boden getestet werden soll. Beginnend mit dem Jahr 2025 sollen dann unbemannte Testflüge mit einem Überschallflugzeug erfolgen. Die britische Regierung hat eine staatliche Förderung von 60 Millionen Pfund für die Triebwerksentwicklung in Aussicht gestellt.

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Das Sabre-Triebwerk beschleunigt ein Flugzeug oder Rakete in der Atmosphäre auf eine Geschwindigkeit von 5,2 Mach und arbeitet luftgekühlt. Die Luftkühlung sorgt für einen ausreichenden Schub auch in großen Höhen. Bei Erreichen der Stratosphäre wird automatisch in den Raketenmodus geschaltet und zum Beispiel der Raumtransporter Skylon mit 25-facher Schallgeschwindigkeit in den Erdorbit befördert. Die Nutzlast der Raumfähre beläuft sich auf bis zu 15 Tonnen. Der größte Vorteil von Skylon ist die Wiederverwendbarkeit und führt langfristig zu einer Reduzierung der enormen Kosten für Weltraumflüge. Nach Berechnungen der europäischen Raumfahrtagentur ESA würde der Transport eines kommerziellen Satelliten mit Skylon weniger als 41,5 Millionen Euro kosten und wäre günstiger als die Rakete Falcon 9 des US-Raumfahrtkonzerns SpaceX.

Neue Concorde – Labcat A2?

Die Entwicklung des Sabre-Triebwerks dauert mindestens zehn Jahre und bis dahin könnten die Pläne für ein neues kommerzielles Überschallflugzeug fertig sein. Die Concorde flog mit 2,23 Mach die Strecke London – New York in nur 3,0 bis 3,5 Stunden und war das schnellste Passagierflugzeug der Welt. Insgesamt gab es nur 20 Concorde-Maschinen, die jedoch vor allem dem Prestige der beiden Fluglinien British Airways und Air France dienten. Die Concorde-Flüge waren für beide Airlines wenig profitabel. Im Juli 2000 stürzte eine Concorde der Air France kurz nach dem Start nahe Paris ab und 2003 wurde die letzte Maschine außer Dienst gestellt.

Der theoretische Nachfolger der berühmten Concorde mit Namen Labcat A2 wäre sicherer und würde die Flugzeit für Transatlantikflüge erheblich verkürzen. Erste kommerzielle Flüge dürften wohl erst ab dem Jahr 2030 möglich sein, wenn das Überschallflugzeug für den normalen Flugbetrieb zugelassen wurde. Je schneller ein Flugzeug fliegt desto höher muss die Sicherheit und die Erfahrung der Piloten sein. Hochmoderne Computer sorgen für einen zuverlässigen Betrieb der Bordelektronik, Steuerung und der Triebwerke. Ein Ticket für ein Flug mit einer theoretischen Concorde II würde mindestens 2000 Euro kosten und wäre für Normalverdiener nicht unbedingt erschwinglich. Der größte Kostenfaktor wäre der Wasserstoff, weil dessen Gewinnung zur Zeit noch sehr teuer ist und einen hohen technischen Aufwand erfordert.

Das Ziel von BAE Systems und Reaction Engines ist es vorwiegend die Wirtschaftlichkeit kommerzieller Weltraum- und Passagierflüge zu verbessern. Zur Zeit sind Transportflüge etwa zur Internationalen Raumstation ISS mit Kosten in zweistelliger Millionenhöhe je Flug verbunden. Langfristig dürften die Preise für Weltraumflüge und Flüge mit einem Überschallflugzeug wie der geplanten Labcat A2 mit der Entwicklung immer schnellerer Triebwerke wie dem Sabre sinken.

Beitragsbild: © Depositphotos.com / EGORLUNEV

Über den Autor Andreas Krämer

Andreas Krämer ist seit Winter 2002 als Texter mit seinem Schreibbüro aktiv. Er interessiert sich für technische, mysteriöse und wirtschaftliche Themen.

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