Kritik und Rezension zur 10.Staffel Akte X

Seit 1994 bin ich Fan der Mystery-Serie „Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI“ und kenne praktisch alle Folgen der Kultserie. Auf die 10.Staffel von Akte X war ich wie jeder andere Fan der Serie extrem gespannt. Jetzt habe ich alle sechs Folgen gesehen und berichte in meiner Rezension nun darüber, welche Dinge mir gefallen haben und welche nicht. Im Vorfeld kann ich sagen, dass sich 20th Century Fox und Akte X Erfinder Chris Carter einige grobe Schnitzer erlaubt hat, die nach meinem Verständnis als Fan der ersten Stunde so einfach nicht gehen.

10.Staffel Akte X – Als Tiger gestartet und als Tigerfell gelandet

Die erste Folge der 10.Staffel Akte X mit dem Titel „Der Kampf Teil 1“ (The Struggle) fing bombastisch an. In der Folge wurde der berühmte Ufoabsturz von Roswell im Juli 1947 gezeigt und berichtet, warum sich Fox Mulder von der US-Bundespolizei FBI verabschiedet hat und als Einsiedler fernab von der nächsten Stadt lebt. Seine Ex-Kollegin und ehemalige Ehefrau Dana Scully arbeitet als Ärztin in einem Krankenhaus. Die X-Akten wurden 2002 geschlossen und der geheimnisvolle Raucher hat überlebt. Im Zuge der Auftaktfolge werden beide Ex-Agenten vom Verschwörungstheoriker und Tad O´Malley über eine geheime Verschwörung informiert, in welcher die US-Regierung mit Außerirdischen seit Jahrzehnten zusammenarbeitet. Eine junge Frau namens Sveta berichtet beiden von mehrfachen Ufo-Entführungen. Sveta stirbt bei einem Angriff eines Ufos und Mulder bekommt in einem Hangar das Geheimflugzeug Aurora zu sehen, welches er in der Folge „Die Warnung“ der 1.Staffel Akte X auf der Ellens Airforce Base hinter einer Plane gesehen hatte. Insgesamt fand ich die Auftaktfolge enorm spannend, weil unter anderem aktuelle Verschwörungsthemen wie die FEMA-Camps, Chemtrails, Ufos, Area 51, der Roswell-Zwischenfall oder die Dulce Airforce Base von Tad O´Malley als Pedant zum realen Vorbild Alex Jones behandelt wurden. Die Spezialeffekte und der Handlungsaufbau waren sehr gut durchdacht. Es wurden einige offene Fragen beantwortet, wie zum Beispiel, dass das Aurora-Flugzeug von einer geheimen Gruppe Wissenschaftler entwickelt wurde, um gegen die Alien-Verschwörung eingesetzt zu werden. Die Rezension zur 1.Folge der 10.Staffel können Sie hier nachlesen.

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Ich erwartete nach diesem positiven Auftakt eine Fortsetzung, doch was dann folgte waren bis zur Finalfolge am 14.März 2016 alles mehr oder weniger langweilige Folgen, die weit entfernt vom Akte X Hauptthema lagen. Das Hauptthema der Kultserie waren stets Ufos, Verschwörungstheorien, Monster und geheime Technologien. Die 3.Folge „Heimat“ mit dem „Pflaster-Nasen-Mann“, der Kunstfigur eines Künstlers, die Mitarbeiter einer Sozialeinrichtung der Reihe nach ermordete, erinnerte mich entfernt an Tooms aus der 3.Folge „Das Nest“ der 1.Staffel Akte X. Bisweilen fand ich die Folge aber auch lächerlich, vor allem die Bezeichnung „Pflaster-Nasen-Mann“ brachte mich zum schmunzeln.

Die 5.Folge „Babylon“ der 10.Staffel Akte X bezeichne ich mal als Reinfall des Jahrhunderts. In dieser Folge spielt das aktuelle Thema Terrorismus zwar die Hauptrolle, doch die Handlung gewann nur träge wie ein Kaugummi an Fahrt und Mulders Drogentrip ging einfach gar nicht. Mulder begegnet während des Drogentrips den „Einsamen Schützen“, dem Raucher und seinem ersten Informanten Deep Throat, wobei die Sequenz ziemlich ins Lächerliche gezogen wurde. So einen Drogentrip hätte der alte Mulder niemals gewagt, um ein Rätsel zu lösen!

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Die Finalfolge „Der Kampf Teil 2“ hat mir mit dem ersten Teil der Auftaktfolge am besten gefallen. Warum? Die zusammenhängenden Folgen behandeln das Ufo-Thema, den Roswell-Zwischenfall und die Angst vor einem sich in Entwicklung befindlichen Polizeistaat, der seine Bürger bis ins kleinste Detail kontrolliert. Wieso ProSieben die zwei Folgen nicht gleich zwei Montage hintereinander ausstrahlte, wissen nur die Verantwortlichen der Programmplanung des Münchener Medienkonzerns.

Kritikpunkte

Die neue Stimme von Mulder, gesprochen von Sven Gerhardt statt wie gewohnt von Benjamin Völz gefiel mir vom ersten Moment an nicht. Die junge Stimme passt nicht zu Mulder und leider erklärte sich ProSieben trotz einer Petition nicht bereit Benjamin Völz zu engagieren.

Die besten Folgen der 10.Staffel Akte X waren eindeutig „Der Kampf Teil 1 & 2“, die der bayerische TV-Sender hätte hintereinander ausstrahlen sollen, vor allem weil dort die neuen FBI-Agenten Einstein und Miller eingeführt wurden. Einstein und Miller sollen offenbar die X-Akten übernehmen und in die Fußstapfen von Mulder & Scully treten. Der Akte X Erfinder Chris Carter und seine Autoren hätten meiner Ansicht nach die Themen Ufos, Außerirdische, Monster of the Week, Verschwörungstheorien und Geheimtechnologien vertiefen sollen anstatt auf neue Themen zu setzen.

Die Einschaltquoten der Finalfolge waren mit 1,41 Millionen Zuschauern und 12,3 Prozent Marktanteil ordentlich. Ich hoffe dass es eine 11.Staffel Akte X geben wird und dies scheint sehr wahrscheinlich, weil der zweite Teil der Finalfolge ein offenes Ende hatte und noch beantwortet werden muss. Die 11.Staffel Akte X wird nach der harschen Kritik vor allem bezüglich Mulders neuer Synchronstimme anders verlaufen und wieder die Kernthemen der Kultserie behandeln.

Beitragsbild: © Depositphotos.com / boscorelli

Über den Autor Andreas Krämer

Andreas Krämer ist seit Winter 2002 als Texter mit seinem Schreibbüro aktiv. Er interessiert sich für technische, mysteriöse und wirtschaftliche Themen.

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