Wildtiere wieder in Tschernobyl heimisch

Im April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl in Reaktorblock 4 zu einer massiven Kernschmelze, in deren Folge tödliche radioaktive Strahlung in die Umwelt gelangte und sich vor allem in Europa verbreitete. Der Reaktorblock 4 wurde mit einer Betonkuppel versiegelt und eine Sperrzone um das Kernkraftwerk errichtet. Eine Fläche tausender Quadratkilometer in der Ukraine und Weißrussland wurde verstrahlt. Die Einwohner der ukrainischen Stadt Prypjat in deren Nähe sich das Kernkraftwerk befindet, mussten ihre Heimat verlassen und leben heute in anderen Städten. Zu dem Unglück in Tschernobyl kam es, als Mitarbeiter einen Stromausfall simulierten, wobei es aber zu einem Bedienungsfehler kam und die genannte Kernschmelze auslöste. Es wurden Trillionen Becquerel freigesetzt, wodurch der Nordosten von Tschernobyl und zahlreiche Länder Europas von einem radioaktiven Niederschlag betroffen waren.

Tierwelt erholt sich

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Bei den Aufräumarbeiten auf dem teils zerstörten Dach des Reaktorblocks kamen so genannten Liquidatoren zum Einsatz, die jeweils maximal 40 Sekunden lang den radioaktiven Schutt wegräumen durften und dabei verstrahlt wurden. Tausende dieser Helfer starben an den Folgen und rund 600.000 Menschen rund um Tschernobyl wurden stark verstrahlt, von denen heute über 120.000 Personen schwer erkrankt sind.

Nach rund 30 Jahren scheint sich die Lage trotz der noch immer vorhandenen Strahlung langsam zu normalisieren. Die Tierwelt erholt sich wieder, wie eine Studie der Univsersity of Plymouth feststellte. Wie die Studie berichtet, leben in der Sperrzone mittlerweile wieder zahlreiche Tiere und dazu zählen auch bedrohte Tierarten. Vor allem Wildtiere wie Rotwild, Rehe und Schwarzwild seien in ihrer Anzahl rapide gestiegen. Die Zahl der Wildtiere sei den Daten zufolge vergleichbar mit den in nicht verstrahlten Naturschutzgebieten lebenden Tieren. Vor allem Wölfe haben sich verbreitet, deren Anzahl um Tschernobyl etwa 700 Prozent höher ausfällt als in jedem anderen Reservat in der Region. Es wurden mittlerweile sogar wieder Bären und Luchse gesichtet.

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Jagdverbot und mutierte Insekten

Die hohe Strahlung und das strenge Betretungsverbot untersagen eine Jagd nach den Wildtieren. Als Folge können sich Wölfe, Rehe, Wildschweine, Füchse und Raubtiere stark vermehren. Die Lebensbedingungen für Wölfe werden in der Studie als optimal bezeichnet, weil die Zahl der Beutetiere wegen des Jagdverbots außergewöhnlich hoch ausfällt. Das Wisent, die Przewalski-Wildpferde und andere Tierarten sind hingegen gezielt dort ausgesetzt worden. Die gezielte Ansiedlung soll sich positiv auf die Artenvielfalt auswirken.

Einige Biologen stellten Mutationen bei Insekten wie Spinnen fest, aber auch Fische und Vögel seien auf Grund der radioaktiven Strahlung mutiert. Es sei den Biologen zufolge allerdings sehr unwahrscheinlich, dass mutierte Tiere bis ins Erwachsenenalter leben, weshalb sich diese Mutationen nicht dauerhaft auf die jeweilige Spezies auswirken würden. Mutierte Spinnen, welche die Größe eines Hundes haben oder wie wir sie aus Horrofilmen kennen, gilt es daher nicht zu befürchten.

Folgen von Tschernobyl

Die Folgen der Atomkatastrophe von Tschernobyl sind, dass moderne Kernkraftwerke nicht wie das Unglücks-AKW mit Graphit, sondern mit Wasser gekühlt werden. Die Politik setzt verstärkt auf umweltfreundliche Energiequellen wie Solarstrom, Windkraft und Wasserkraft. Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch Länder wie China oder Frankreich, welche trotz der Lehren aus Tschernobyl und Fukushima weiterhin auf Atomkraft als primäre Energiequelle setzen anstatt die Stromversorgung auf alternative Energien umzustellen.

Beitragsbild: © Depositphotos.com / svedoliver

Über den Autor Andreas Krämer

Andreas Krämer ist seit Winter 2002 als Texter mit seinem Schreibbüro aktiv. Er interessiert sich für technische, mysteriöse und wirtschaftliche Themen.

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